Karlsruhe; Vermutlich ist es der größte Coupe in seiner bisherigen Amtszeit. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat in der Nacht von Freitag auf Sonntag das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe von Einheiten der GSG9 umstellen lassen. Die Beamten der Grenzschutzgruppe rückten schwer bewaffnet vor die richterlichen Hallen und besetzten es, ohne Gewalt anzuwenden. Selbstverständlich war von den Richtern schon seit Freitag Vormittag 11:25 Uhr keiner mehr im Gebäude. Einzig ein paar Putzkolonnen wurden von dem Manöver wirklich überrascht. Wie es so weit kommen konnte bleibt zu klären. Als sicher gilt, dass Schäuble den Plan schon seit geraumer Zeit verfolgen musste. Das Bundesverfassungsgericht hatte sich bereits mehrfach seiner unbestechlichen Expertise in Sachen Grundgesetz widersetzt und musste bestraft werden. Sicherlich kann es als legitime Reaktion angesehen werden, dass der Herr Minister in der vergangenen Woche das Kommando über die Sondereinheit der Bundespolizei auf seine Person vereinte. Derzeit ist aus sicheren Quellen zu vermelden, dass der Herr Minister sich innerhalb des Gerichtsgebäudes aufhält. Unklar ist, in wie weit die Gerüchte stimmen, dass er Nasenpopel auf den Stühlen der Karlsruher Richter verteilen lässt. Schon bald wird alle Welt verstehen, wie gut der Herr Innenminister es doch eigentlich mit uns Bürgern meint. Niemand muss sich Sorgen machen, wenn ein Mann weiß, wo es lang geht. Wolfgang Schäuble for President! Wolfgang Schäuble save our soules!
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Bonn; Aufgeklärten Bürgerinnen war es lange ein Dorn im Auge: Amokläufe in Deutschland waren seit Jahrzehnten eine reine Männerdomäne. Frauen hatten in diesem Gebiet nur eine untergeordnete Rolle. Nun scheint der Bann gebrochen. Am Montag wurde in einem Gymnasium in der Nähe Bonns eine 16jährige Schülerin dabei überrascht, wie sie möglicherweise einen Amoklauf durchführen wollte!
Die junge Frau wurde von der Polizei noch vor der Tat gestellt und ist inzwischen in Gewahrsam. Augenzeugen zu Folge wirkte die Schülerin apathisch und murmelte ständig vor sich hin. Laut einem Korrespondenten der PN soll sie folgenden Satz mantraartig wiederholt haben: “Emma hats erlaubt! Emma hats erlaubt!”. Bei der jungen Frau wurden keine Killerspiele gefunden, wie die Polizei inzwischen bestätigt hat. Jedoch fanden sich mehrere Barbiepuppen mit glatt rasiertem Schädel!
Wie nun weiterhin mit der Schülerin verfahren wird, konnte zum Redaktionsschluss nicht ermittelt werden. Eine Anfrage an die Redaktion der Zeitschrift Emma blieb ebenfalls unbeantwortet.
Horsham, Südengland; Beim Treffen der größten zwanzig Wirtschaftsnationen G20 in England, wurden dringende Beratungen in Hinblick auf die immer noch andauernde Wirtschaftskrise geführt. Ziel des Treffens war es, endlich praktikable Rezepte gegen die Krise zu finden und ihr so die Bedrohlichkeit zu nehmen. Wie die Agentur AFP nun mitteilte, waren die Politiker tatsächlich in der Lage ihr Krisenkochbuch fertig zu stellen.
Der 1. Band des Buchs Crisis Cookin’ wird vermutlich in wenigen Wochen in den Buchhandlungen Europas zu Verfügung stehen und enthält besonders einfach Vor- und Hauptspeisen aus abgelaufenen Aktien- und Fondsparpolicen, die man auch als gebeutelter Bürger ohne Barschaft mit einfachen Mitteln zubereiten kann. Die Einleitung des Buches ist bereits auf Umwegen bei Wikileaks aufgetaucht und enthält die Warnung, bei längerem Verzehr dieser Gerichte für ausreichend Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen zu gewährleisten sei.
Genf, Schweiz; Beunruhigendes geschieht derzeit in der gesamten Welt. Seit einigen Monaten bereits, strotzen die Wirtschafts- und Tagesnachrichten von Meldungen über Finanzkrisen in allen wichtigen Ökonomien des Planeten. Gelder, welche zur Rettung eines maroden Finanzsystems aufgebracht werden, verpuffen wirkungslos und selbst in höchstmöglicher Dosis bleiben staatliche Konjunkturprogramme ein wirkungsloses, ja homöopathisches Unterfangen. Gleichzeitig hört niemand weitere Nachrichten aus der Schweiz. Niemand denkt noch an die wissenschaftliche Höchstleistung, die europäische Forscher dort vollbrachten! Ein Zufall?!
Wie Informationen aus höchsten Ebenen der Bundesregierung aufzeigen, mitnichten! Tatsächlich traten die ersten großen Geldmengenschwunde ziemlich zeitgleich mit dem angeblichen Scheitern der Warmlaufphase des LHC auf! Und noch schlimmer, seither verschieben sich die verlautbarten Termine für eine endgültige Inbetriebnahme laufend. Aufgrund streng vertraulicher Unterlagen haben Mitarbeiter der PN selbst vor Ort recherchiert und dabei unglaubliches aufgedeckt!
Während alle Welt gebannt auf das Ende der Wirtschaftskrise wartet, fahren in Genf Lastwagen um Lastwagen mit Banknoten sämtlicher internationaler Währungen vor. Täglich sind es 20 Fahrzeuge, die das Gelände des LHC voll erreichen und leer wieder verlassen! Eingeschmuggelte Kameras zeigen schreckliches: Das gesamte Geld wird in einen Stolleneingang transportiert, abgeladen und verschwindet in einem circa 20 Meter breiten Loch im Boden.
Sollte es sich bei diesem Phänomen tatsächlich um ein schwarzes Loch handeln, dann müsste man den Regierungen dieses Planeten ein noch größeres Münchhausensyndrom unterstellen, als es bereits der Fall ist!
Selbstverständlich halten wir sie weiterhin auf dem Laufenden!
Berlin; Noch vor wenigen Wochen war es nicht sicher, ob jemals etwas mehr herauskommen würde als ein Scheitern, doch angesichts der massiven Krise auf dem Buchmarkt hat sich die Bundesregierung endlich dazu bereit erklärt, 50 Mrd. Euro zu investieren. In den nächsten zwei Jahren werde man die Summe sowohl für Infrastrukturmaßnahmen als auch für eine Reorganisation der deutschen Buchhandlungen einsetzen. Des weiteren soll etwa 1/3 der Summe zur aggressiven Vermeidung der Rezension eingesetzt werden. Gemeint sei damit unter anderem der Einsatz des Bundeslektorats für inneren Frieden und militante Aktionen gegen stoische Literaturkritiker. Hierzu wünscht sich der Bundesinnenminister wie üblich eine Verfassungsänderung. Wir ihm auch!
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